12.11.2021 - Unternehmen

Andreas Krengel zu Gast im Kienbaum Podcast

Fabian Kienbaum, Geschäftsführer von Kienbaum Consultants International, interviewt im Kienbaum Podcast „Pioniere wie wir“ junge Familienunternehmer. Mit Andreas Krengel, seit 2018 bei WEPA in verschiedenen Führungspositionen tätig, spricht er über dessen Einstieg und Leadership bei WEPA sowie über Erfolgsfaktoren bei Transformationsprozessen. Andreas Krengel gibt Einblicke in die Arbeitsweise des Vorstands und erklärt, warum es so wichtig ist, in unternehmerischen Ökosystemen zu denken und zu handeln.

Aufwachsen im Familienunternehmen

Andreas Krengel führt das Familienunternehmen zusammen mit seinem Vater und drei weiteren Vorstandsmitgliedern in der dritten Generation – sein Großvater gründete es in der Nachkriegszeit. Natürlich war WEPA für Andreas immer ein Bestandteil seines Alltags. Im Podcast vergleicht er die frühe Phase jedoch eher mit der Perspektive eines Fußballfans; Andreas und sein Vater besuchen gerne Spiele von Borussia Dortmund. Fachsimpeln und Ideen zu entwickeln, wie es besser liefe, gehören da dazu. Selbst auf dem Platz zu stehen, sei jedoch etwas anderes. So sei es auch mit WEPA gewesen: Das Familienunternehmen mit seinen Herausforderungen war stets präsent in seinem Leben, noch bevor er die Verantwortung übernahm. Seit 2021 ist er Mitglied des Vorstands, steht also „selbst auf dem Platz“.

Welchen Herausforderungen muss sich WEPA stellen?

WEPA steht derzeit vor allem vor zwei Herausforderungen: Zum einen ist der Markt für Hygienepapier gesättigt. Auf der anderen Seite muss das Unternehmen notwendige Preiserhöhungen an die Kunden weitergeben. Weil Rohstoffpreise steigen und sich die Kosten für Verpackung, Logistik, Energie und Altpapier erhöhen, führt daran kein Weg vorbei.

Corona war eine große Herausforderung für WEPA, nicht zuletzt aufgrund von Rohstoffengpässen. Das Unternehmen wurde als systemrelevant eingestuft und konnte die Lieferfähigkeit auch in der Phase der extremen Nachfrage sicherstellen. Andreas Krengel freut sich darüber, dass so die Partnerschaft zum Handel weiter gestärkt werden konnte.

Wie sieht die Zusammenarbeit im fünfköpfigen Vorstandsteam aus?

Der Vorstand bei WEPA besteht derzeit aus Andreas Krengel und seinem Vater Martin sowie drei externen Vorstandsmitgliedern. Jedes Mitglied bringt unterschiedliche Erfahrungen mit ein. Andreas Krengel ist mit seinen 33 Jahren der Jüngste und in der Führungsriege verantwortlich für Strategie- und Transformationsprozesse, für die Unternehmenskommunikation sowie für die neue Business Unit „New Business Areas“.

Er schätzt die Zusammenarbeit im Vorstand sehr. Die Mitglieder verpflichten sich auf Ergebnisse, geben sich gegenseitig Feedback und diskutieren Konflikte aus. Freilich stellt Kienbaum die Frage nach dem Privaten: Andreas Krengel legt dar, wie es Vater und Sohn gelingt, Privates und Berufliches zu trennen. In der Firma herrscht unter den beiden ein eher sachlicher Umgangston. Wie Andreas seinen Vater dann anredet, sorgt durchaus für ein Schmunzeln beim Zuhörer. Zwei- bis dreimal in der Woche treffen sich beide zu einem Jour fixe, den die beiden manchmal auch joggend abhalten. Dort tauschen sie sich in Ruhe über das Unternehmen aus. Natürlich pflegen sie darüber hinaus auch eine Vater-Sohn-Beziehung, in der private Fragen und Probleme genügend Raum finden.

Wie gestaltet sich der Transformationsprozess bei WEPA?

WEPA ist ein Unternehmen im Wandel: 2019 startete das „Perform & Transform – WEPA 2023 Strategieprogramm“. Andreas Krengel ist überzeugt, dass es keine Zukunft ohne Herkunft gibt. In seiner Stimme schwingt Bewunderung mit, wenn er die Anfänge des Unternehmens nachzeichnet und vom Unternehmertum seines Großvaters berichtet.

WEPA legt bereits seit den frühen 80ern Wert auf Nachhaltigkeit und ist heute der Marktführer in der Herstellung nachhaltiger Hygienepapiere. Andreas geht davon aus, dass Nachhaltigkeit zum neuen „Normal“ werden wird, weil sowohl Kunden als auch das Unternehmen selbst diesen Weg gehen wollen. Dass WEPA schon so früh versucht hat, verantwortungsbewusst mit Umwelt und Ressourcen umzugehen, sieht das Vorstandsmitglied als große Stärke.

Selbstverständlich ist Nachhaltigkeit nicht der einzige Fokus für den Hersteller von Hygienepapier. Digitalisierung, Kundenzentrierung und Diversifizierung sind drei weitere Themen, die im Transformationsprozess eine wichtige Rolle spielen.

Als zentralen Erfolgsfaktor sieht Andreas Krengel die Sinnstiftung. WEPAs Purpose „Together for a better life“ ist sowohl für den Prozess als auch die Motivation der Mitarbeitenden entscheidend. Nur so gelingt der kulturelle Veränderungsprozess und Kolleginnen und Kollegen schließen sich der Reise gerne an.

Warum investiert WEPA in Start-ups?

Start-ups spielen für WEPA eine große Rolle. Das Unternehmen will so potenzielle Wachstumsfelder entdecken und sich weiter diversifizieren.

Seit 2019 unterstützt WEPA Ventures junge, marktreife Unternehmen in der Frühphase. Wichtig ist WEPA dabei, dass sie auf nachhaltige Hygienelösungen, Verpackungen oder Rohmaterialien ausgerichtet sind. Derzeit befinden sich vier Start-ups im Portfolio, darunter mit SNYCE sogar ein Eigengewächs. SNYCE will die Welt und das Bad schöner machen und bietet recyceltes Toilettenpapier mit hohem Designanspruch an.

Denken und arbeiten in unternehmerischen Ökosystemen – die Vorteile

Im Podcast wird deutlich: Der sogenannte Maschinenraum in Berlin liegt Andreas Krengel besonders am Herzen und deckt sich mit den Werten von WEPA. Das Unternehmen ist Mitglied dieser Plattform für Mittelständler und Familienunternehmen. Der gemeinsame Erfahrungsaustausch dieses unternehmerischen Ökosystems ist gerade im Bereich von Transformationsthemen besonders wichtig. Andreas ist davon überzeugt, dass alle Mitglieder gemeinsam mehr erreichen können, und unterstützt diesen Wissenstransfer.

Darüber hinaus hat das Familienunternehmen die WEPA Stiftung gegründet. Sie soll einen weiteren gesellschaftlichen Beitrag leisten und ist in vier Themenfeldern aktiv: Hygiene, Nachhaltigkeit, Lebenslanges Lernen und Familienunternehmertum. Auch für die Mitarbeitenden im Unternehmen ist die Stiftung ein echter Gewinn, ist Andreas überzeugt. Weil sich jeder einbringen kann, steigt die Motivation und Identifikation mit dem Unternehmen.

Jetzt in den Podcast reinhören

Zum Schluss verrät Andreas Krengel bei Kienbaum noch etwas Privates: Gefragt nach einem Traum, den er möglicherweise habe, berichtet er von einem Vorhaben, das er noch realisieren will – und warum es möglicherweise noch warten muss. Was das ist? Jetzt selbst reinhören: Der Kienbaum Podcast „Pioniere wie wir“ mit Andreas Krengel.

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